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Orthopädie Freiburg Ausgewählte Fälle:
Versorgung einer kombinierten Pathologie von Rotatorenmanschette, langer Bicepssehne und AC-Gelenk in endoskopischer Technik (PASTA-Repair)
Orthopädie Freiburg
 
Im Folgenden demonstriere ich ein weiteres Beispiel einer arthroskopischen Schulteroperation anhand von digitalen Videobildern. Bei dem Patienten handelt es sich um einen 57-jährigen Mann, von Beruf Kraftfahrer, mit chronischen Schulterschmerzen rechts. Kein Unfallereignis in der Vorgeschichte. Die Gegenseite wurde durch mich vor einem Jahr in ähnlicher Weise versorgt.

Diagnosen:
   1. Subtotale Teilruptur der Supraspinatus-Sehne
   2. Teilruptur der Subscapularissehne mit Läsion des Pulleysystems
   3. Tendopathie der langen Bicepssehne
   4. Impingement bei Acromionsporn
   5. Symptomatische, hypertrophe Schultereckgelenksarthrose

Klinische Befunde vor dem Eingriff: prominentes Schulter-Eckgelenk, ansonsten keine äußerlichen Besonderheiten an der re. Schulter, keine Deformierung des Bicepsmuskels. Druckschmerz am Schulter-Eckgelenk mit positiven Provokationstests, sowie Druckschmerz über dem Sulcus bicipitalis/ Tuberculum minus, dem Tuberculum majus und dem humeralen Deltaansatz. Positive Impingementzeichen. Rotatorenmanschettenzeichen schwach positiv für Supraspinatus und Subscapularis. Endgradige Einschränkung von Innenrotation und Abduktion sowie Anteversion. O´Brien-Test positiv als Hinweis auf eine Pathologie der langen Bicepssehne. Kein senso-motorisches Defizit, keine Paresen.

Röntgenbefund re. Schulter true a/p und Outlet-Aufnahme: hypertrophe Schultereckgelenksarthrose mit caudalen Osteophyten und Einengung des subacromialen Raumes. Acromion Typ 3 nach Bigliani mit großem Acromionsporn. Kein wesentlicher Kopfhochstand. Keine Weichteilverkalkungen.

Die MRT-Untersuchung gab Hinweis auf Teilrupturen von Supraspinatus- und Subscapularissehne. Flüssigkeitseinlagerung im deformierten AC-Gelenk. Spongiosaödem anterolateraler Oberarmkopf. Tendopathie der langen Bicepssehne.

Nach den üblichen präoperativen Vorbereitungen erfolgt der Schultereingriff in halbsitzender Lagerung ("Beach-Chair-Position"), es kommt in üblicher Weise eine Kombination aus flacher Intubationsnarkose und interscalinärer Blockade ("Scalenus-Block") mit einem langwirksamen Lokalanästhetikum zur Anwendung.

Bei der Narkoseuntersuchung bestätigen sich die eingangs geschilderten Bewegungsausmaße, eine glenohumerale Instabilität liegt nicht vor.

Nach dem Eingehen in das Schultergelenk mit der Optik über den hinteren Standardzugang und Auffüllen mit steriler Flüssigkeit zeigt sich der folgende Befund:
 
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Abb. 1: Die Subscapularissehne ist massiv degenerativ verändert und aufgefasert, der Oberarmkopf weist Knorpelschäden am Eintritt in den Sulcus bicipitalis auf, vermutlich Folge eines chronischen subacromialen Impingements und einer Instabilität der langen Bicepssehne. Diese wird durch eine Aufweitung des sog. Pulleysystems bedingt, welche wiederum in Zusammenhang mit der vorliegenden degenerativen Teilruptur der Subscapularissehne zu sehen ist. Am oberen Bildrand ist die lange Bicepssehne dargestellt.
     
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Abb. 2: Das anteriore Labrum weist lediglich leichte Auffaserungen auf, hier kein Anhalt für stattgehabte Luxationen oder chronische Instabilität.

Abb. 3: Die Supraspinatus-
sehne zeigt eine Teilruptur, wobei diese sich in üblicher Weise von den intervallnahen Manschettenanteilen nach dorsal bis in den Bereich des Infraspinatusansatzes erstreckt.
     
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Abb. 4: Nach Überprüfung aller Strukturen mit dem Tasthaken erfolgt über einen Arbeits-
zugang im intervallnahen Rupturbereich ein anfrischen der Spongiosaoberflächen am Sulcuseintritt, im Footprintbe-
reich der Subscapularissehne und am Tuberculum majus mit einer Kugelfräse. Hier zeigen sich auch tendopathische und tendinitische Veränderungen der langen Bicepssehne.
     
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Abb. 5: Mit dem Shaver wird der degenerativ teilrupturierte Suprapinatusansatz debridiert, um ein besseres Einheilen zu gewährleisten.

Abb. 6: Nun wird über den Arbeitszugang ein Titan-Anker mit 2 Hochleistungsfäden eingebracht.
     
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Abb. 7: Ein vorderer Arbeitszugang wird klassisch am Oberrand der Subscapularissehne angelegt, um Fadentransport und -management zu erleichtern.
 
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Abb. 8: Die Fäden werden in arthroskopischer Nahttechnik durch die lange Bicepssehne und die Subscapularissehne vorgelegt und dann mit Hilfe eines Knotenschiebers festgezogen. Zuvor wurde die lange Bicepssehne an ihrem anatomischen Ansatz am Gelenkpfannenoberrand abgelöst, die Subscapularissehne mobilisiert. Man erkennt die gleichzeitig reponierende und stabilisierend-konstringierende Wirkung des Befestigungsfadens an der Subscapularissehne.
 
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Abb. 9: Nun erfolgt die Refixation der subtotal rupturierten Supraspinatussehne in der sogenannten PASTA-Repair-Technik (= Partiale artikulärseitige Supraspinatus-Sehnen (=engl. "-Tendon") Avulsionsläsion). Ein Führungsloch wird in der harten Spongiosa des Tub. majus "angekörnt", dann wird der Anker durch die teilrupturierte Sehne eingebracht und im Knochen versenkt. In einem Zwischenschritt ist bereits eine endoskopische Evaluation des subacromialen Raumes erfolgt inclusive Bursektomie und Reinigung der bursaseitigen Manschettenanteile.
 
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Abb. 10: Jetzt werden die 4 Fadenenden unter Verwendung eines kanülierten Nahtsystems gezielt durch die Supraspina-
tussehne transportiert, die Anlage erfolgt angedeutet sternförmig.
 
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Abb. 11: Wenn alle Fäden korrekt positioniert sind, ergibt sich dieses intraarticuläre Bild.
 
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Abb. 12: Nun werden die Fäden im Subacromialraum eingefangen und paarweise durch die Arbeitszugänge ausgeführt.
 
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Abb. 13: Dann erfolgt das Verknoten in arthroskopischer Technik. Die Supraspinatus-
sehne legt sich satt auf das vorbereitete Spongiosalager - dies wird durch eine intraarticuläre optische Überprüfung sichergestellt. Bei entsprechender Nachbe-
handlung kann der Supra-
spinatus Sehnenansatz nahezu seine natürliche Festigkeit zurückerlangen.
 
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Abb. 14: In einem abschließen-
den Schritt erfolgt nun eine laterale Clavicula-Resektion in endoskopischer Technik mit dem sogenannten Acromionizer (rotierende Knochenfräse), um die AC-Gelenkspathologie zu behandeln sowie das Abtragen des störenden Acromion-
spornes (= Schulterdachsporn),
der als Auslöser der Rotatorenmanschettenpathologie anzusehen ist. Dadurch sollen die rekonstruierten Manschettenanteile dauerhaft geschützt und entlastet werden.
Im Anschluss an den Eingriff verbleibt der Patient für 2 Tage in stationärer Behandlung zur Schmerztherapie und Einleitung der krankengymnastischen Übungsbehandlung.

Die Nachbehandlung sieht das 4-6-wöchige Tragen einer Abduktionsbandage vor, die jedoch immer wieder stundenweise, insbesondere auch zur Körperpflege, abgenommen werden kann. Schonende passive Übungsbehandlungen durch eine Motorbewegungsschiene (CPM) und im Rahmen von Physiotherapie bis 45° Abduktion erfolgen bereits wenige Tage nach dem Eingriff. Bis zum Einheilen der Bicepssehne ist auf aktive Ellenbogenflexion gegen Widerstand zu verzichten. Rotationsübungen können schmerzlimitert aktiv ausgeführt werden, wobei 0° Außenrotation wegen erfolgter Refixation der Subscapularissehne nicht zu überschreiten sind.
 
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