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Supraspinatus (SSP-Sehne) - Verletzungen & Therapie | Schulterzentrum

Funktion

Die Supraspinatus-Sehne (SSP-Sehne) bildet den oberen Anteil der Rotatorenmanschette. Der Supraspinatus-Muskel unterstützt die seitliche und vordere Armhebung und trägt wesentlich zur Schulterzentrierung bei. Eine funktionstüchtige SSP-Sehne wird vor Allem für Überkopfarbeiten und das Anheben von Gegenständen über die Horizontale hinaus benötigt.

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Verletzungen der Supraspinatus-Sehne

Die Supraspinatus-Sehne ist derjenige Anteil der Rotatorenmanschette, der durch seine exponierte Lage zwischen Oberarmkopf und Schulterdach besonders Anfällig für Verletzungen und Überlastungen ist. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Funktion der Schulter. Auf dem Boden von chronischen Fehlbelastungen oder kleineren Unfallereignissen entstehen chronische Entzündungen der Sehne.

Kommt erschwerend ein begleitender knöcherner Engpass hinzu (Outlet-Impingement), so ist es häufig nur eine Frage der Zeit, bis die Entzündung und die mechanische Reibung durch den Engpass in einem Einriss der Supraspinatussehne münden. Typischerweise verstärken sich die Schulterbeschwerden über Jahre hinweg. Bisweilen wird das letztliche Abreißen der Sehne als "Riss in der Schulter" beim Anheben eines Gewichtes oder einer ungeschickten Bewegung wahrgenommen.

Orthopädie Schulterzentrum Dies stellt dann jedoch nur den berühmten "Tropfen" dar, der das "Fass zum überlaufen" brachte. Die Sehne wurde in der Regel bereits zuvor über Jahren hinweg durch die oben genannten Reibungs- und Entzündungsmechanismen geschwächt. Dies ist übrigens auch der Grund, warum es bei Patienten über 50 nur selten gelingt, einen Unfall als Ursache der Supraspinatussehnen-Verletzung geltend zu machen (bei Unfallversicherungen oder der Berufsgenossenschaft) - auch wenn vor dem Ereignis wenig oder gar keine Beschwerden an der Schulter bestanden.

Unfallmechanismus

Zumeist liegt, wie im vorigen Abschnitt ausgeführt, bei einem Abriss der Supraspinatus-Sehne kein adäquater Unfallmechanismus vor - vielmehr handelt es sich um ein schleichendes Voranschreiten von entzündungs- und abnutzungsbedingten Teil-Einrissen der Sehne. Von einer überwiegend unfallbedingten Verursachung eines Sehneneinrisses ist allenfalls dann auszugehen, wenn die Verletzung beim Abfangen eines Sturzes mit nach hinten gestrecktem Arm entstand. In seltenen Fällen führen schwere Stürze, z. B. Ski- oder Motorradunfälle auch bei jüngeren Patienten zu einem rein unfallbedingten Abriss von Sehnen der Rotatorenmanschette. Eine forcierte Rotation des Armes (Festhalten beim Absturz von einem Gerüst) oder ruckartiger Zug am Arm (z. B. Einzug in eine laufende Maschine) können in manchen Fällen eine unfallbedingte Verletzung des SSP-Sehne herbeiführen und werden dann auch so anerkannt.
 

Symptomatik

Patienten mit frischer Verletzung der Supraspinatussehne berichten häufig über ein "reißendes Geräusch" beim Unfallereignis. In der Regel entstehen die Schmerzen jedoch schleichend und nehmen in wellenförmigem Verlauf über Monate und Jahre hinweg zu. Die Schulter schmerzt stark, auch in Ruhe (Nachtschmerz). Beschwerden treten zuletzt bei einfachen Alltagsbetätigungen auf, z. B. beim Anheben einer Kaffeetasse oder beim Einräumen von Geschirr in einen Oberschrank.

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Diagnostik

Die klinische Untersuchung zeigt neben lokalen Druckschmerzen im Ansatzbereich der SSP-Sehne (Tuberculum majus) zumeist eine Schwächung der Abduktion gegen Widerstand im Seitenvergleich (positiver Jobe-Test). In ausgeprägten Fällen ist das "drop arm sign" positiv. Das heißt, dass der mit Unterstützung angehobene Arm nicht aus eigener Kraft in einer mittleren Abduktionsstellung gehalten werden kann und schmerzhaft nach unten fällt. Außerdem kann bisweilen eine Atrophie (= Schwund) des Muskelbauches des Supraspinatusmuskels gefunden werden.

Konventionelles, bzw. digitales Röntgen hilft dabei, knöcherne Verletzungen auszuschließen und gibt Informationen über den Gesamtzustand des Schultergelenkes (Arthrose? Schulterdachform? Oberarmkopfhochstand als Zeichen einer chronischen Ruptur der SSP-Sehne?). Ultraschall- und MR-Diagnostik zeigen den Abriss der Sehne als deutliche Kontinuitätsunterbrechung, häufig mit Flüssigkeitssignalen im Rupturbereich. MRT zeigt zudem den Grad der Retraktion (wie weit die Sehne sich zurückgezogen hat) und den Zustand des Supraspinatus-Muskels (Grad der Verfettung). Dies sind wichtige Kriterien für die Entscheidung, ob eine Operation erfolgversprechend empfohlen werden kann. Orthopädie Schulterzentrum

Behandlung

Die konservative Therapie einer durch MRT (Kernspin) nachgewiesenen höhergradigen Teilruptur oder gar Komplettruptur der SSP-Sehne ist nicht erfolgversprechend. Einrisse der Rotatorenmanschette können nach allgemeiner Auffassung nicht von selbst heilen. Allenfalls bei sehr alten Patienten mit Allgemeinerkrankungen, bei begleitenden Nervenschäden (Lähmung des Deltamuskels nach Luxation) oder deutlichen Arthroseveränderungen mit Dezentrierung des Oberarmkopfes (Cuff-tear-Arthropathie) kann eine Operation kontraindiziert (nicht angezeigt) sein.
 

Orthopädie Schulterzentrum In allen anderen Fällen muss die Möglichkeit einer operativen Wiederanheftung (Refixation) der Sehne an den Oberarmknochen geprüft werden. Auch bei ausgedehnten Rupturen führen selbst teilweise Rekonstruktionen der Sehnenmanschette erfahrungsgemäß zu einer Besserung der Schulterfunktion und zu einer Verminderung der Schmerzsymptomatik.


Die Supraspinatussehne sollte operativ möglichst anatomisch an ihrem Ansatz am Tuberculum majus refixiert werden. Dies ist bei entsprechender Ausbildung und Operationstechnik für einen geübten Operateur oft auch bei weiter Retraktion der Sehne noch möglich. Gleichzeitig wird die häufig vorliegende Fehlform des Schulterdaches durch Glätten des Schulterdachsporns (Acromionsporn) behoben, um die rekonstruierte Sehne vor erneuter Reibung zu schützen. Die bei ausgedehnten Rupturen oft begleitend vorliegende Pulleyläsion (schmerzhafte Instabilität der langen Bicepssehne am Eintritt in die Bicepsrinne) wird in der Regel mit behandelt durch Verlagerung des Bicepssehnenansatzes in den Bereich der Bicepsrinne (Tenotomie und Tenodese der langen Bicepssehne). Der Eingriff kann heutzutage in den meisten Fällen rein arthroskopisch (endoskopisch minimal invasiv) durchgeführt werden unter Verwendung von Miniatur-Fadenankern aus Titan oder resorbierbaren Materialien. Die aus meiner Sicht erfolgreichste Rekonstruktionsmethode ist die endoskopische Double-Row- oder Doppelreihentechnik (auch Suture-Bridge, bzw. Speed-Bridge genannt). Die offene Technik ("mini open" Technik) ist zusehends in den Hintergrund getreten und sollte nur noch durch Ärzte ausgeführt werden, denen die erforderliche, langjährige Übung in der endoskopischen Technik fehlt.

Fallbeispiel

Hier sehen Sie die Bilder eines 58-jährigen Patienten, von Beruf selbständiger Metzgermeister. Durch chronische berufliche Überlastung kam es auf dem Boden einer vorbestehenden Schulterdach-Enge (Impingement) zu  einer langsam voranschreitenden Ablösung der Supraspinatussehne mit entsprechenden Beschwerden (Rotatorenmanschettenruptur, Supraspinatussehnenabriss). Führend waren erhebliche Schmerzen, vor allem in der Ruhephase nach anstrengender körperlicher Tätigkeit. Nach mehrmonatiger erfolgloser konservativer Therapie (Spritzen, KG) erfolgte der Rupturnachweis im MRT und die Vorstellung in meiner OP-Indikationssprechstunde. Hier klärte ich den Patienten über die Notwendigkeit und die hervorragenden Erfolgsaussichten einer endoskopischen Sehnenreparatur auf. Trotz der in Kauf zu nehmenden Ausfallzeit von zumindest 2 bis 3 Monaten in seinem Metzgerberuf im Anschluß an eine operative Sehnennaht entschied sich der Patient letztlich für eine endoskopische Rekonstruktion durch mich.
 

Bereits beim Eingehen in das Gelenk mit dem Arthroskop (Miniaturoptik mit angeschlossener Kameraeinheit) zeigt sich die abgerissene Supraspinatussehne. Links unten der schönen, intakte Gelenkknorpel des Oberarmkopfes. Die rasenartige Auffaserung des ursprünglichen Sehnenansatzbereichs rechts der Knorpelzone deutet auf eine über Jahre hinweg entstandene, degenerative Ablösung der Sehne hin. Oben im Bild die abgelöste und um ca. 3 cm zurückgezogene Innenfläche der Supraspinatusehne. Orthopädie Schulterzentrum

 

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Der Blick von der Seite auf die Beschädigte Sehne entspricht der obenstehenden Grafik mit der Darstellung einer diesem Fall exakt entsprechenden Ruptursituation.

 



Im ersten Arbeitsschritt erfolgt die Reinigung des ehemaligen Sehnenansatzbereichs mit dem Hochfrequenzinstrument
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und einer Miniaturfräse, dem sogenannten Acromionizer.

 



An der Unterseite des Schulterdaches zeigt sich eindrucksvoll das sogenannte Impingementzeichen. Diese lokale Auffaserung des Bandansatzes an der Schulterdachkante entsteht durch langjährige Reibung des Oberarmkopfes an dieser anlagebedingten Engstelle.
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Nach sorgfältiger Ablösung des entzündeten Gewebes zeigt sich eine spornartige Schulterdachkante.

 



Entsprechend muss im nächsten Arbeitsschritt eine Korrektur der Schulterdachform erfolgen, damit die Sehne nach erfolgreicher Einheilung nicht wieder erneut geschädigt werden kann.
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Dies gelingt durch Modellierung der Knochenkante mit Miniaturfräse und HF-Instrument. Im Ergebnis zeigt sich die begradigte Schulterdachform. Die vormalige Engpass-Situation ist auf Dauer behoben, die Sehnen verlaufen nun reibungsfrei unter dem Acromion (Schulterdach).

 



Nun erfolgt das Vorbohren eines Gewindes für den resorbierbaren Anker. Auf der Knochenoberfläche des Humeruskopes sind nach dem Reinigen und Aufrauhen Minaturblutungen zu sehen. Dies wird eine gute Einheilung der Sehne gewährleisten.
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Orthopädie Schulterzentrum Anschließend wird ein resorbierbarer Knochenanker eingebracht. Mit Hilfe der daran befestigten Ankerfäden wird nun die Sehne in einer Zweireihentechnik (Double-Row) am Oberarmknochen fixiert. Die Materialwahl für das zu verwendende Ankersystem trifft der Operateur nach Prüfung von Ruptursituation und Knochenbeschaffenheit zumeist erst während des Eingriffs.

 



Hier ist das Einbringen der zweiten, seitlichen Nahtreihe dargestellt. Die Sehne hat sich bereits schön auf die vorbereitete Knochenoberfläche gelegt und kann nun in den kommenden Wochen solide einheilen.
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Orthopädie Schulterzentrum Dies ist das abschließende Foto mit der komplettierten Suture-Bridge. Die Sehne liegt wieder anatomisch am Knochen des Oberarmkopfes an, die Ruptur ist vollständig verschlossen. Der hellblaue Ankerfaden im Vordergrund dient nur als Führungsfaden und wurde vor Beendigung der OP entfernt.


Der gesamte Eingriff wurde von mir in rein arthroskopischer Technik durchgeführt, es mussten lediglich 4 kleine Haut-Einstiche an der Schulter vorgenommen werden. Die Operationsdauer (in Vollnarkose) lag bei ca. 70 Minuten. Der stationäre Aufenthalt dauert üblicherweise 3 Tage.
 

Die Nachbehandlung umfasst eine 4- bis 6-wöchige Ruhigstellung auf einer Armbandage. Eine krankengymnastische Beübung der Schulter ist im Bewegungslimit Abduktion 45° möglich. Die Rotation kann schmerzlimitiert aktiv-assistiv vorgenommen werden. Zur Körperpflege wird die Bandage abgelegt, die betroffene Hand kann für kleinere Verrichtungen gefahrlos eingesetzt werden. Um den Einheilungsprozess der in vielen Fällen zusätzlich operativ verlagerten langen Bicepssehne nicht zu gefährden, ist für 6 Wochen auf eine forcierte Beugung des Ellenbogens gegen Widerstand zu verzichten. Bei normalem Ausheilungsergebnis ist die Schulter wieder kraftvoll und ohne Einschränkungen einsetzbar. Orthopädie Schulterzentrum

 

Orthopädie Schulterzentrum Üblicherweise erhalten meine Patienten eine Motorbewegungsschiene leihweise rezeptiert. Diese wird durch eine Spezialfirma bereits 2-3 Tage nach der OP zu Hause beim Patienten installiert und kann über 4 Wochen hinweg 3 mal täglich in Eigenregie zur passiven Mobilisation der Schulter eingesetzt werden. Dies unterstützt das Einheilen der Sehne und vermeidet die Entstehung von postoperativen Verklebungen der Sehnengleitschichten.

FAQ

...seit einer Überlastung beim Golfspiel vor 6 Monaten habe ich Beschwerden ...

... an meiner rechten Schulter. Nachdem Schonung und Tabletten nicht geholfen haben, bekam ich Physio Behandlungen. Der Therapeut bemerkte eine Sehnenschwäche am Supraspinatus und hat mir dann empfohlen, zur MRT-Untersuchung zu gehen. Hier hat sich leider ein Abriss der Rotatorenmanschette gezeigt (perforierend transmurale Ruptur Supraspinatussehne und Dehiszenz). Meine Frage wäre, ob man Aussichten hat, das ohne OP wieder hinzubekommen. Ich bin 68 Jahre alt und war bislang immer sehr sportlich und aktiv.

 

Dr. med. Hubertus Hirt

Sie sprechen das wichtige Thema Golfsport und Verletzungen der Supraspinatussehne an. Tatsächlich gibt es nicht wenige Golfer im Alter über 70, die trotz einer bestehenden Ruptur (Abriss) der Supraspinatussehne ihren Sport sehr erfolgreich ausüben können. Dies wird ermöglicht durch Kompensationsmechanismen, die durch Aktivierung benachbarter Muskeln (Infraspinatus) einen partiellen Ausgleich der fehlenden Sehnenfunktion des Supraspinatus ermöglichen können. Dies gelingt jedoch in vielen Fällen nur für einen begrenzten Zeitraum von einigen Jahren. Der Abriss schreitet nämlich zumeist schleichend voran, da die verbleibenden Sehnen nun chronisch überlastet werden. Sobald auch die Infraspinatussehne betroffen ist, kann der Golfschwung nicht mehr richtig ausgeführt werden und der Sport muss aufgegeben werden. Ich rate daher in den meisten Fällen einer nachgewiesenen, transmuralen (alle Sehnenschichten betreffenden) Ruptur der Supraspinatussehne zu einer minimal-invasiven Rekonstruktion (Reparatur) der betroffenen Anteile der Rotatorenmanschette. Die Erfolge gerade bei Golfern sind sehr gut, in aller Regel kehren die Patienten nach 3-6 Monaten wieder in ihren Sport zurück.

Ich habe vor 2 Tagen die Diagnose Supraspinatursehnenruptur bekommen. Laut Radiologen ...

... (MRT) ist die Sehne aufgequollen und längs eingerissen. Der behandelnde Chirurg sagt das eine OP nichts bringt, weil es bestimmt in einem Jahr genauso ist. Und da es degenerativ wäre würde die Sehne sowieso bald vollständig reißen. Ich bin 39 Jahre alt und arbeite Vollzeit im Rettungsdienst. Da ich auch noch Mutter von 2 kleinen Kindern bin möchte ich mir nicht ausmalen wie es wäre bestimmte Bewegungen nicht mehr machen zu können. Die Ruptur ist vermutlich bei meinem Nebenjob im Büro entstanden, bei einer alltäglichen Bewegung (Computer unter dem Tisch angemacht). Jetzt meine Frage: lohnt es sich wirklich nicht eine Operation ins Auge zu fassen?

Dr. med. Hubertus Hirt

Selbstverständlich lohnt es sich, die Situation bei Ihnen genau zu prüfen. Es wäre äußerst ungewöhnlich, dass bei einem jungen Menschen eine Reparatur der Supraspinatussehne nicht erfolgversprechend sein sollte. Ich gehe sogar ganz im Gegenteil davon aus, dass Ihre Schulter durch einen wenig belastenden, minimal-invasiven Eingriff dauerhaft geheilt werden kann. Wenn sie eine exakte Einschätzung erhalten möchten, könnten Sie sich in meiner Sprechstunde vorstellen oder aber auf meinem Internetportal www.zweitmeinung-schulteroperation.de für ein kostenpflichtiges Gutachten anmelden.

Ich habe schon viele Jahre enorme Schulterprobleme, sehr aktiver Tennisspieler, ...

... kann oftmals die Arme nur mit starken schmerzen heben.

Dr. med. Hubertus Hirt

Gerade bei Tennisspielern konnte ich in der Vergangenheit durch Sehnenreparaturen sehr gute Erfolge erzielen (siehe auch meine Veröffentlichung im Senior Tennis Magazin). Sofern noch keine Schulterarthrose vorliegt, haben wir sehr gute Aussichten, Schulterprobleme, die durch Abrisse der Supraspinatussehne verursacht werden, vollständig zu heilen. Gerne können Sie mir Ihre Unterlagen, am besten aktuelle MRT-Bilder Ihrer Schulter auf meinem Zweitmeinungsportal www.zweitmeinung-schulteroperation.de zur kostenpflichtigen Begutachtung vorlegen.

Ich habe in der Tennis-Senioren-Zeitung durch Ihren hochinteressanten Beitrag ...

... zum Thema Supraspinatussehne von Ihrer Tätigkeit erfahren und hoffe, von Ihnen zu meinem Problem beraten werden zu können. Ich bin 78 Jahre alt, spiele aktiv Tennis und habe mir im Februar die Supraspinatussehne lt. MRT abgerissen. Mein Problem nun: der Nackengriff mit der re. Hand ist nicht mehr möglich, ebenso wenig die Überkopfbewegung beim Tennis-Aufschlag. Von einer OP wurde mir abgeraten, da ich z. Zt. ohne Schmerzen bin und den Arm normal bewegen kann. Mein Problem liegt eigentlich nur in der Ausführung des Aufschlags beim Tennis und bei der Rasur. Bitte lassen Sie mich wissen, was zu tun ist.

Dr. med. Hubertus Hirt

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Abrisse der Supraspinatussehne sollten gerade bei sportlich aktiven Menschen Ihrer Altersgruppe nach Möglichkeit repariert werden. Insbesondere bei Tennisspielern ist es mir in den vielen Jahren meiner operativen Tätigkeit sehr oft gelungen, eine dauerhafte Heilung der Schulter herbeizuführen und den Betroffenen dadurch die Wiederaufnahme ihres schönen Sports zu ermöglichen. In einem ersten Schritt sollte anhand der MRT-Bilder genau geprüft werden, ob dieSehnensituation des Supraspinatus und der Zustand der betroffenen Muskeln der Rotatorenmanschette eine Reparatur zulässt. Wenn Sie eine genaue Einschätzung Ihrer Befunde wünschen, könnten Sie sich in meiner Sprechstunde in Freiburg vorstellen. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich auf meinem Internetportal www.zweitmeinung-schulteroperation.de für ein kostenpflichtiges, individuelles Gutachten zu Ihrem Schulterproblem anzumelden.

...bei mir wurde vor 1 ½ Jahren an der linken Schulter eine „eine ausgeprägte ...

... Frozen shoulder“ diagnostiziert. Es folgte eine langwierige Physiotherapie. Diese wurde durch die Einnahme von hochdosierten NSAR-Medikamenten (z.B. Ibuprofen 600 mg) unterstützt. Da ich durch die Einnahme des Medikaments außer Magenschmerzen keinen Erfolg verzeichnen konnte, setzte ich dieses ab.

Durch die Physiotherapie trat eine gewisse Besserung ein, jedoch keine Schmerzfreiheit, ebenso keine vollständige schmerzfreie Besserung der Bewegungsfreiheit. Mir wurde für einen gewissen Zeitraum eine Therapie mit der Einnahme von Cortison vorgeschlagen, welche ich aus Gründen der zahlreichen stark ausgeprägten Nebenwirkungen ablehnte. Eine minimal-invasive OP wurde ebenso in Betracht gezogen. Ich wurde aber darauf hingewiesen, dass diese OP ebenso eine begleitende Therapie mit Cortison erfordert. Folglich, aus den genannten Gründen, keine Option für mich.

Jetzt befinde ich mich in der fatalen Situation, dass in der rechten Schulter dieselben Anfangs-Symptome einer Frozen shoulder auftreten.

Aufgrund dessen lautet meine Frage:

Ist bei einer OP der Frozen shoulder die Einnahme von Cortison tatsächlich erforderlich?

 

Dr. med. Hubertus Hirt

...vielen Dank für Ihr Vertrauen und für ihre Anfrage. Die Frozen shoulder ist eine sehr komplexe Erkrankung, die mechanisch-entzündliche, aber auch Verhaltens-kompensatorische Krankheitmuster vereint. Jeder Patient erlebt den Ablauf der Erkrankung sehr individuell. Auch kann der Verlauf beim gleichen Patienten am zweiten Schultergelenk sich deutlich vom Verlauf an der Gegenseite unterscheiden.

 

Als Grundprinzip gilt, dass die Frozen shoulder in den allermeisten Fällen weitestgehend folgenlos ausheilt. Wenn sich ein Patient aufgrund der starken Einschränkung und seiner privaten/ beruflichen Ansprüche an die Schulterfunktion zum endoskopischen Eingriff entschließt (Arthrolyse), dann ist es in einigen Fällen erforderlich, in der Nachsorge ein orales Cortisonpräparat zu verordnen. Dafür besonders wichtig ist die Frage, in welchem Entzündungs-und Krankheitsstadium der Eingriff vorgenommen wird. Ist die akute Entzündung bereits weitgehend abgeklungen, kann auf ein Cortisonpräparat in den allermeisten Fällen verzichtet werden. Befindet sich die Erkrankung noch im akut-entzündlichen Stadium, kommt es in vielen Fällen ca. 3-6 Wochen nach dem Eingriff wieder zu einer Beschwerdezunahme mit erneuter, teilweiser Einsteifund der Schulter. In diesen Fällen hat sich die Einnahme von Cortison bewährt, um den Operationserfolg zu unterstützen.

 

Für die Frage, ob in Ihrem Fall eine Cortisoneinnahme nach dem Eingriff sinnvoll sein könnte, müsste man die oben genannten Faktoren berücksichtigen. Dabei handelt es sich dann im weiteren Sinne um eine therapeutische Option, eine zwingende Notwendigkeit ergibt sich jedoch keinesfalls.

...2012 habe ich mir beim Schlittschuhlaufen eine Scapulafraktur zugezogen. ...

... ich zitire. Die Fraktur wurde offen reponiert und intern mit einer dorsalen Plattenosteosynthese refixiert. Zusätzlich erfolgte eine Arthoskopie mit Lavagierung des Gelenks. Da mir die Schulter inzwischen Probleme bereitet wurde ein MRT gemacht und folgendes festgestellt.Relativer Humeruskopfhochstand rechts. Tendopathie der Supraspinatussehne mit ausgedehnten intraendinösen Einrissen, kein Hinweis auf vollständige ruptur. Enthesiopathie der Infraspinatussehne ebenfalls mit intratendinösen Einrissen. Tendopathie der Subscapularissehne. Medialisierter Verlauf der degenerativ veränderten Bizepssehne im Sinne einer Pulley-Läsion.Unauffällige Darstellung der Sehne Musculus teres minor. Ergussbildung im schultergelenk in der Bursa subacromialis/ subdeltoidea sowie im Recessus subcoracoideus. AC- Gelenkarthrose sowie varianter Verlauf des Akromions mit einengung des subakromialen Raumes.

Kann man so etwas erfolgversprechend operieren und hätten sie Interesse diese OP bei mit durchzuführen?

Dr. med. Hubertus Hirt

...vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Vertrauen. Hinter der Diagnose eine "Teilruptur" der Supraspinatussehne kann sich eine große Bandbreite an tatsächlichen Verletzungen verbergen - von einer oberflächlichen Auffaserung bis zur Komplett-Abriss. Um Ihnen hier eine klare Auskunft geben zu können, müssten Sie sich in meiner Sprechstunde in Freiburg vorstellen - oder aber den Weg über meine Onlineplattform www.zweitmeinung-schulteroperation.de gehen. Hier können Sie Ihre Bilder hochladen und erhalten von mir eine kostenpflichtige Begutachtung Ihrer Befunde.

...ich habe die Diagnose auf eine Subscapularis –Ruptur bekommen,  allerdings ...

... noch recht (klein). Sämtliche Bewegungstest sind auch noch voll durchfühbar. Hier in Rostock gibt es anscheinend ausschließlich eine Behandlungsart die das abtrennen

der langen Bizepssehne einschließt. Und auch in der Wiederbefestigung soll ausschließlich mit Softanker gearbeitet werden sollen.

Ich habe mit vielen Kraftsportlern, zu dehnen ich auch zähle gesprochen.

Quasi  alle sprechen davon das sie nie mehr wirklich stabil in der Schulter wurden.

Mir wurde nun vom Professor eröffnet ,dass anscheinend meine Bizepssehne sogar der Verursacher ist.

Je mehr ich in den letzten 6 Monaten in meinem Training auf die Auswirkungen achte,

kommt es ausschließlich bei Adduktion, Brust Flys, zur wieder Entzündung nicht durch Bizeps Übungen.

Für mich ist es nun wichtig eine weitere Meinung und vielleicht andere Möglichkeiten zu finden bzw. anderes Licht auf die Sache zu werfen und nicht die erst beste Möglichkeit anzugehen.

MRT Bilder und Befund von März sind vorhanden. Natürlich würde ich auch zusätzlich vor Ort erscheinen. Bei  14 Tagen Ruhe ist im Altag meist gar nichts mehr zu spüren. Allerding ist leichtere Arbeit oder leichtes Training genung um wieder Schmerzen aufkommen zu lassen (Innenrand Schulterblatt Richtung Wirbelsäule, Subscapularis-Ansatz). Daher würde ich um Rückmeldung einer möglichen Betreuung durch ihre Klinik bitten.

Dr. med. Hubertus Hirt

Ihre Schilderung spricht tatsächlich für eine Verletzung des Subscapularis mit begleitender Schädigung der langen Bicepssehne. Auch bei uns hier in Freiburg würde zur dauerhafte Therapie eine Verlagerung der langen Bicepssehne unter Verwendung von Fadenankern vorgenommen. Die Bicepssehne heilt bei entsprechender Vorsicht und Schonung (mindestens 8 Wochen ab OP) in aller Regel gut ein, so dass der Kraftsport wieder auf hohem Niveau betrieben werden kann.

...ich bin nach einem Zugtrauma in der DB (nach hinten festhalten mit dem rechten ...

... Arm 3 Stufen höher, dann durch das Bremsen des Zuges heruntergestürzt) in orthopädischer Behandlung. Unfall fand am 19.8.15 statt, MRT vom 2.9., am 3.9. erster Termin Orthopäde. MRT-Beurteilung: 1. Subakromiales Impingement durch starke laterokaudale Akromioninklination. Initiale Auffaserung der bursaseitigen Supraspinatussehne. 2. Nicht dislozierte Tubercolum majus-Fraktur. Der Orthopäde behandelt jetzt das 2.; ich erhalte passive Krankengymnastik und darf meinen Arm nicht belasten sowie nicht über 45Grad nach außen heben. Der Bruch macht mir weniger Sorgen, eher das Steifwerden der Schulter und besonders zum Punkt 1. des MRT Befundes hätte ich meine Frage: was muß jetzt mit der initialen Auffaserung der bursaseitigen Supraspinatussehne passieren?

Dr. med. Hubertus Hirt

...die initiale Auffaserung der Supraspinatussehne sollte Ihnen - soweit der MRT-Befund zutrifft - keine besonderen Probleme bereiten.

Allerdings beobachten wir in einigen Fällen nach solchen Frakturen sehr lange anhaltende Schultersteifen, die z. T. sogar eine endoskopische Arthrolyse (operative Lösung der Gelenksteife) nach einigen Monaten erforderlich machen. Dies lässt sich oft auch mit KG und Dehnungsübungen nicht verhindern.

Wenn Sie eine genaue Einschätzung benötigen, müssten Sie sich in meiner Sprechstunde in Freiburg vorstellen. Alternativ können Sie über mein Internetportal eine individuelle, kostenpflichtige Zweitmeinung zu Ihrem Schulterproblem erhalten.

...habe seit Ca 3-4 Monaten genau die beschriebenen Symptome ohne vorheriges ...

... Ereignis,  anfaenjlich dachte ich, es seien muskuläre Schmerzen . Vor ca. 2 Monaten ließ ich ein CT machen, geringe altersbedingte Veraenderungen an der Sehne. Der Orthopaede diagnostizierte Frozen Shoulder. Seit 6 Wochen Physio mit sehr geringem Erfolg  Was ist Ihre Einschaetzung?

Dr. med. Hubertus Hirt

Leider gibt es bei der Frozen Shoulder keine wirklich erfolgreiche Therapieform. Unter dem Strich muss man entweder abwarten, bis sich die Frozen shoulder zurückbildet - dies kann viele Monate, bei Diabetikern auch mehrere Jahre dauern - oder aber eine endoskopische Arthrolyse durchführen, was in den meisten Fällen zu einer sehr schnellen Verbesserung führt.

Schulterschmerzen beim Golf ...bei mir wurde durch eine MRT-Untersuchung ...

Schulterschmerzen beim Golf

...bei mir wurde durch eine MRT-Untersuchung eine komplette Ruptur der Supraspinatussehne mit Retraktion und beginnender Atropie, gleno-humeraler Reizerguss und aktiver Arthrose, auch am AC–Gelenk festgestellt.

Ich ein begeisterter Golfer, schwingen und spielen kann ich noch, aber im Ruhezustand und bei der Nachtruhe habe ich große Schmerzen.

Ich würde mich über eine antwort freuen.

Dr. med. Hubertus Hirt

...vielen Dank für Ihre Anfrage und für Ihr Vertrauen. In Anbetracht Ihrer doch erheblichen Beeinträchtigungen müsste eine Reparatur Ihrer Supraspinatussehne in Betracht gezogen werden. Ob dies möglich ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum Einen ist entscheidend, ob die Arthrose des Schultergelenks (Omarthrose, Schulterarthrose) bereits weit fortgeschritten ist. Zum Anderen muss beurteilt werden, ob die Atrophie des Supraspinatusmuskels bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine Reparatur der Rotatorenmanschette nicht mehr möglich ist. Auch spielt Ihre allgemeine Belastbarkeit eine gewisse Rolle für die Entscheidung über die optimale Therapie für Ihre Schulter. Da Sie aktiver Golfer sind, gehe ich jedoch von einer guten körperlichen Fitness aus. Somit wäre diesbezüglich die Voraussetzung für eine erfolgreiche OP wahrscheinlich gegeben. Gerne können Sie sich in meiner Sprechstunde in Freiburg vorstellen oder aber eine fundierte Zweitmeinung zu Ihrem Schulterproblem über mein Internetportal www.zweitmeinung-schulteroperation.de einholen.